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S t e c k b r
i e f (Stand 1.1.2010)
ALLES AUF EINEN BLICK
| Einwohnerzahl: |
733 (Stand 31.12.2010) |
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| Fläche: |
620 Hektaren |
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| Höhenlage: |
569 m ü. Meer |
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| Lage: |
Hauptstrasse zwischen Brugg
und Frick |
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| Steuerfuss: |
99 % |
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| Steuereinnahmen 2010: |
Fr. 1'645'888.10 |
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| Steuereinnahmen pro Kopf: |
Fr. 2'245.40 |
P o r t r a i t
An
der südlichen Grenze der Gemeinde Unterbözberg verläuft
die Hauptstrasse von Zürich nach Basel. Fahrzeuge, die
auf der Bözbergstrasse unsere Gemeinde durchfahren, sehen von
unserem Dorf sehr wenig. Die Bözbergstrasse führt durch
ausgedehnte Wiesen und Felder am Weiler Vierlinden mit dem gleichnamigen
Gasthaus vorbei. Von ihm wird gesagt, es stehe am schönsten
Aussichtspunkt des Aargaus. Auf 569 Metern ist die Passhöhe
beim Neustalden erreicht, und die Strasse neigt sich dem Fricktal
zu. Auch die vielen Wanderer, die unsere Gemeinde als Naherholungsraum
der Region Brugg durchstreifen, haben Mühe, das Dorf abzugrenzen.
Der Bözberg war schon zur Römerzeit ein wichtiger Juraübergang.
Einen gut erhaltenen Zeugen einstiger Verkehrsverhältnisse
bildet der "Römerweg" mit seinen aus dem Kalkfelsen
gehauenen Karrengleisen (freigelegt 1922 und 1968). Die Kirche in
der Talsenke zu Kirchbözberg, dem heiligen Michael geweiht,
zeugt von weiteren wichtigen Bözberg-Übergängen.
Dieses wohl aus dem 11. Jahrhundert stammende, 1227 erstmals urkundlich
erwähnte Gotteshaus war am wichtigen Wegkreuz (Übergang
von Laufenburg nach Brugg und vom Fricktal nach Stilli) gebaut worden.
Mit der Pfarrscheune, gebaut um 1773, und dem spätgotischen
Pfarrhaus, einem der schönsten Pfarrhäuser im Kanton,
aus dem Jahre 1664/65, hat Unterbözberg eine prachtvolle Gebäudegruppe
(1983/84 sorgfältig renoviert), die heute dem Denkmalschutz
unterstellt ist. Im Jahre 1872 wurde die Gemeinde Bözberg durch
Beschluss des Grossen Rates in zwei Gemeinden aufgeteilt, in Unter-
und Oberbözberg.
Seit der Abtrennung von Oberbözberg 1872 besteht Unterbözberg
aus zehn auf dem Tafeljura weitverstreuten Häusergruppen. Es
sind dies: Hafen, Sagel, Schnellen, Kirchbözberg, Ursprung,
Egenwil, Birch, Altstalden, Neustalden und Vierlinden. Das Zentrum
bildet das Dörfchen Ursprung mit Gemeindehaus, Schulanlage,
Feuerwehrlokal und Postgebäude. Diese Streubauweise war bedingt
durch die Weite der bewirtschafteten Flächen.
Bis 1950 war Unterbözberg eine Bauerngemeinde. Viele Kleinbauern
bestellten in mühevoller Handarbeit und zum Teil noch mit Ochsengespannen
ihre kleinen zerstückelten Felder. Nebenerwerbe
waren notwendig, um die grossen Familien zu ernähren. Alte
Dorfnamen weisen auf die verschiedenen Beschäftigungen hin
(Posamenter, Weber, Chapper, Salzmann usw.), und in den meisten
alten Bauernhäusern findet man noch "Schnüerli-Rädli",
mit denen die Frauen und Kinder Halbfabrikate für die Strohindustrie
anfertigten.
Nach 1950 wandelte sich unsere Gemeinde langsam, aber stetig. Die
Kleinbauernbetriebe sind durch den Generationenwechsel aufgelöst
worden, Land wurde verkauft oder verpachtet. Die 1959 beschlossene
Güterregulierung (1983 abgeschlossen), ermöglichte die
Arrondierung der Landwirtschaftsbetriebe. Heute zählt die Gemeinde
4 landwirtschaftliche Betriebe mit mehr als 20 ha und 14 Betriebe
mit 5 bis 20 ha.
Die Wohnbevölkerung zählte im Dezember 2010 733 Seelen,
davon sind 66 Ausländer. Im Stimmregister der Einwohnergemeinde
sind 563 stimmberechtigte Frauen und Männer eingetragen. Davon sind
53 Ortsbürger. Der Gemeinderat besteht aus fünf Mitgliedern.
Parteien gibt es in Unterbözberg keine, Wahlen des Gemeinderates
sind Persönlichkeitswahlen.
Unterbözberg erfreut sich zur Zeit eines gesunden Finanzhaushaltes. Bei einem Steuerfuss von
99 % vereinnahmte die Gemeinde 2010 Fr. 1'645'888.10 an Steuern.
Die Gemeinde konnte in den letzten Jahren ihre Schulden vollständig
zurückzahlen.
Unterbözberg führt einen zweiteiligen Kindergarten und
zwei Primarschulabteilungen von der 1. - 5. Klasse.
Seit der Schliessung der Sekundarschule infolge Regos im Sommer
2005 besuchen alle Oberstufenschüler die Schule in Brugg.
Die Zusammenarbeit
mit den Nachbargemeinden ist auf den verschiedensten Gebieten erfreulich,
seit 2008 sind auch die Feuerwehren der vier Bözberggemeinden
zusammengelegt. Die Gemeindeversammlungen im Herbst 2008 haben
beschlossen, eine Fusion ins Auge zu fassen, inzwischen sind die
entsprechenden Vorarbeiten eingeleitet.
Über den Stand des Fusionsprojektes kann man sich unter
www.fusionboezberg.ch
informieren. Auch die vielen aktiven Vereine durch Mitglieder aller
vier Bözberggemeinden getragen.
Eine zentrale Trinkwasserversorgung fehlte; gute Quellen waren nur
wenige vorhanden; Sodbrunnen mussten genügen. 1921 erstellte
die Gemeinde eine neue Wasserversorgung, indem man an das Leitungsnetz
der Gemeinde Linn und Gallenkirch anschloss und so die Linner Quellen
nutzen konnte. Damit war das Problem der Wasserversorgung wesentlich
verbessert, aber noch nicht endgültig gelöst. Im Jahre
1974 wurde eine umfassende Sanierung in Zusammenarbeit mit den Gemeinden
Linn, Gallenkirch, Oberbözberg und Mönthal, die sich zur
Vereinigten Wasserversorgung zusammenschlossen, abgeschlossen. Heute
wird das Wasser aus dem Grundwasserstrom in Villnachern entsogen,
auf den Bözberg gepumpt und in verschiedenen Reservoirs gespeichert.
In den
vergangenen Jahren hat der bekannte Historiker, Herr Max Baumann,
eine Regionalgeschichte mit dem Titel "Leben auf dem Bözberg"
erarbeitet. Das Werk umfasst 706 Seiten und umschreibt das Leben
der seit bald tausend Jahren auf dem Bözberg existierenden
Menschen. Das mit Zeichnungen und Bildern des Aargauer Malers Kurt
Hediger illustrierte Buch kann zum Preis von Fr. 48.-- bei der Gemeindekanzlei
Unterbözberg bezogen werden.
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